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Buchtipps

Die Flörsheimer Stadtbücherei wartet mit einem neuen Angebot für alle Literaturbegeisterten auf: Ab sofort gibt es Buchtipps auf der Homepage der Stadtbücherei.

Büchereimitarbeiterin Gabriele Hartung hat Neuerscheinungen und bewährte Buchtipps für jeden Geschmack zusammengestellt und zu jedem Titel eine kurze Inhaltsangabe geschrieben. Vom spannenden Krimi über den anspruchsvollen Roman bis zur Unterhaltungsliteratur bietet die Titelliste eine gelungene Mischung.

Die Bücher können über den Online-Katalog Findus, unter Telefon 06145 2025 oder per E-Mail an stadtbuecherei@floersheim-main.de reserviert werden.

„Die Online-Buchtipps sollen dabei helfen, die Wartezeit bis zum nächsten Büchertratsch, bei dem Bücher in der Stadtbücherei vorgestellt werden, zu verkürzen“, sagt Bürgermeister Dr. Bernd Blisch.


All das zu verlieren – von Leila Slimani

Leila Slimani
Leila Slimani

In dem Buch geht es um eine junge Frau, die eigentlich alles hat: Einen erfolgreichen Ehemann, einen kleinen Sohn und einen tollen Job als Journalistin. Sie lebt mitten in Paris in einer schicken Wohnung. Die Familie fährt übers Wochenende ans Meer und reist viel. Dennoch stellt Adele ihr Leben infrage und ist unzufrieden. Diese Langeweile versucht sie zu kompensieren, in dem sie Sex mit fremden Männern hat. Dabei geht es ihr nicht um ihre eigene Befriedigung, sondern nur um das Begehrt werden. Ihr ist klar, dass das auf Dauer nicht gut gehen kann und sie alles aufs Spiel setzt. Nachdem ihr Mann durch Zufall hinter ihr Doppelleben kommt, ziehen sie spontan aufs Land.

Die junge Autorin, geboren in Rabat Marokko, hat mit der Geschichte ein preisgekröntes Buch geschaffen in klarer Sprache ohne dabei pornographisch zu werden.

Fazit: Fesselnder Gesellschaftsroman über das Leben einer modernen Frau
Erschienen im Luchterhand Literaturverlag, München 2019.

Heimweg – von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek
Sebastian Fitzek

Es scheint ein ganz normaler Anruf zu sein, mit dem sich Jules Tannberg an diesem Abend befassen muss. Er übernimmt das „Begleittelefon“, das Frauen anrufen können, wenn sie sich auf ihrem Heimweg ängstigen oder möglicherweise bedroht fühlen. Eine ruhige und sonore Männerstimme soll ihnen ein Sicherheitsgefühl geben und auch dazu dienen, im Zweifel zumindest telefonisch zur Seite zu stehen. Die jetzige Anruferin Klara ist aber schon längst jenseits von Angst: Nach brutalen Gewalterlebnissen mit ihrem Ehemann schien sie endlich ein kleines Glück in den Armen ihres Liebhabers zu finden. Mit diesem Mann nahm aber die Katastrophe einen neuen, verheerenden Kurs und Klara weiß nicht mehr weiter. Jules versucht die junge Frau zu beruhigen und sie von einer Verzweiflungstat abzuhalten, erfährt aber bald, dass er sich möglicherweise auch schon in tödlicher Gefahr befindet. Natürlich kann er das kaum glauben - aber schon ereignen sich einige seltsame Zwischenfälle, und langsam macht sich in Jules ein sehr ungutes Gefühl breit. Da ich ein absoluter Fitzek-Fan bin, hat mich auch dieses Buch wieder fasziniert. Er schafft es wie kein Zweiter Spannung aufzubauen und man kann das Buch kaum zur Seite legen.- Übrigens gibt es das „Heimwegtelefon“ tatsächlich.

Fazit: Fitzek nimmt einen mit auf eine spannende Reise, bei der am Ende wieder alles anders ist, als man gedacht hat. Super gelungen ist auch das Cover.
Erschienen im Droemer Verlag, München 2020.

Allegro Pastell – von Leif Randt

Leif Randt
Leif Randt

Tanja, die Schriftstellerin, und Jerome, der Webdesigner, führen eine Fernbeziehung. Mal sehen sie sich in Maintal bei Frankfurt, wo er lebt, mal in Berlin bei ihr. Sie ist 30, ihr erster Roman, PanoptikumNeu, war ein großer Erfolg, er ist 35, lebt in Maintal im Bungalow seiner Eltern, die weggezogen sind. Es ist eine Beziehung, in der nichts dem Zufall überlassen bleibt, die Balance aus Nähe und Distanz ist wohlüberlegt, die Wahl der Kommunikationsmittel von Telegram über iMessage bis Snapchat folgt ebenso strengen wie geheimnisvollen Regeln. Die Fernbeziehung der beiden wirkt makellos. Sie bleiben über Text und Bild eng miteinander verbunden und besuchen sich für lange Wochenenden in ihren jeweiligen Realitäten. Jogging durchs Naturschutzgebiet und Meditation im südhessischen Maintal, Dauerkommunikation und Ausgehen in Berlin – Jerome und Tanja sind füreinander da, jedoch nicht aneinander verloren. Eltern, Freunde und depressive Geschwister spiegeln ihnen ein Leid, gegen das Tanja und Jerome weitgehend immun bleiben. Doch der Wunsch, ihre Zuneigung zu konservieren, stellt das Paar vor eine große Herausforderung.

Fazit: Allegro Pastell ist nicht nur eine Liebesgeschichte sondern auch ein Spiegel der heutigen Generation
Erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2020.

Männer in Kamelhaarmänteln: Kurze Geschichten über Kleider und Leute – von Elke Heidenreich

Elke Heidenreich
Elke Heidenreich

Es geht um Schönes, das man einfach nur der Schönheit wegen haben will. Oder weil einen die Farbe magisch anzieht. Kleidungsstücke, die einen an einen Ort erinnern, eine bestimmte Situation, einen besonderen Menschen. Es geht um die Robe für den großen Auftritt und über Alltagskleidung bis hin zu Nachthemden und Unterwäsche.

Elke Heidenreich erzählt von modischen Glücksmomenten und Desastern. Ganz wunderbar beschreibt die Autorin die Liebe zu Mode, die aber an anderen seltsamerweise immer besser aussieht, als an einem selbst. Die Erkenntnis, dass sie selbst eben kein Modepüppchen und keine Lady ist, macht das Buch so lesenswert. Elke Heidenreich schreibt über Begegnungen, zum Beispiel mit Schauspieler Heinz Rühmann und Modezar Karl Lagerfeld. Und sie verliert sich in Mode-Erinnerungen, die immer auch ganz viel mit der Liebe und Männern zu tun haben.

Ich hätte nie gedacht, dass Elke Heidenreich, die gewiss keine Modeikone ist, ein Buch über Mode schreibt. Und das tut sie in ihrer unverwechselbaren Art und Weise. Als Leser zieht man Vergleiche, erinnert sich selbst und denkt über den eigenen Umgang mit Mode nach, die Bedeutung von Farben, Mustern, Stoffen, Accessoires … und findet sich irgendwo wieder.

Fazit: Typisch Heidenreich, witzig, frech, geistreich und dennoch tiefgründig.
Erschienen im Carl Hanser Verlag, München 2020.

Margherita – von Jana Revedin

Jana Revedin
Jana Revedin

Im Jahr 1920 wird die fünfundzwanzigjährige Margherita, die in ihrem Heimatstädtchen Treviso die Zeitungen austrägt, durch die Heirat mit dem venezianischen Adeligen Antonio Revedin in ein neues Leben katapultiert und in kürzester Zeit zur First Lady Venedigs. Schon bald schart Margherita die größten Künstler, Couturiers, Dichter und Denker der Pariser und New Yorker Avantgarde um sich. Eugenia Errázuriz, Jean-Michel Frank und Peggy Guggenheim werden ihre besten Freunde.

Doch die Renaissance Venedigs wird Mitte der 1930er-Jahre von der Realität des faschistischen Italiens eingeholt. In Jana Revedins Roman geht es darum, wie sich Venedig  im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.

„Margerita“ ist ein unterhaltsames, vielfältiges und höchst informatives Buch über eine der schillerndsten Personen Venedigs. Es wird all jene begeistern, die Venedig lieben. Mit dieser packenden Lebensgeschichte der Margherita ist Revedin aber auch eine mitreißende Reise durch die italienische und europäische Kulturgeschichte der letzten 100 Jahre geglückt.

Jana Revedin ist übrigens mit dem Enkel Magheritas verheiratet und lebt in Venedig.

Wer mehr über Peggy Guggenheim erfahren möchte, dem empfehle ich das Buch  „Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück von Sophie Villard

Fazit: Nicht nur für Venedigfans ist es eine Reise in diese faszinierende Stadt.
Erschienen im Aufbau Verlag, Berlin 2020.

Beethoven: Der einsame Revolutionär – Von Jan Caeyers und Andreas Ecke

Jan Caeyers
Jan Caeyers

Bei dieser Biographie handelt es sich um ein sehr umfangreiches Werk, das man sicher nicht von der ersten bis zur letzten Seite lesen wird. Dennoch gibt es sehr detaillierte Einblicke in das Leben eines Ausnahmekünstlers. Im vergangenen Dezember war der 250. Geburtstag von Beethoven und zu diesem Anlass ist auch unter anderen dieses Buch erschienen. Eins wird in dem Buch ziemlich deutlich: Beethovens Leben war alles andere als glanzvoll. Sein alkoholabhängiger Vater erkannte sehr früh sein musikalisches Talent und wollte aus ihm ein Wunderkind –ähnlich wie Mozart -machen, dabei gab es offensichtlich regelmäßige gewalttätige Übergriffe. Die Mutter starb früh. Dennoch wurde Beethoven zu einem sehr erfolgreichen Komponisten. Überschattet wurde sein Leben durch die immer stärkere Taubheit bis zur fast vollständigen Gehörlosigkeit. Auch mit den Frauen hatte er kein Glück, er hatte zwar viele Beziehungen, aber die richtige Frau zur Gründung einer Familie hat er wohl nie gefunden.                                                                             

Vielleicht hat das Alles auch bei ihm dazu geführt, dass er immer abhängiger vom Alkohol wurde und damit seine gesundheitlichen Probleme immer größer (sein Arzt empfahl ihm, nicht zu jeder Mahlzeit eine Flasche Wein zu trinken!). Er starb schließlich auch daran. Seine Musik wird aber für immer unvergessen bleiben.

Seine Geburtsstadt Bonn hatte natürlich für das Jubiläumsjahr viele Konzerte und andere Veranstaltungen geplant, die leider alle der Corona-Pandemie zum Opfer fielen. Dennoch sollten Sie, sobald es wieder möglich ist, einmal nach Bonn fahren und das Geburtshaus besuchen. Es ist zuvor nach neuesten museumspädagogischen Gesichtspunkten umgestaltet worden und liegt in der Innenstadt von Bonn. Bonn hat aber noch mehr zu bieten, wie zum Beispiel die Museumsmeile mit dem wirklich sehenswerten Haus der Geschichte. Auch der Besuch des ehemaligen Kanzlerbungalows lohnt sich sowie ein Spaziergang durch das ehemalige Gelände der Bundesgartenschau.

Erschienen im Verlag C.H.Beck, München 2012.


Mädchen, Frau etc. – von Bernardine Evaristo

Bernardine Evaristo
Bernardine Evaristo

Die Dramatikerin Amma steht kurz vor dem Durchbruch. In ihrer ersten Inszenierung am Londoner National Theatre setzt sie sich mit ihrer Identität als schwarze, lesbische Frau auseinander. Ihre gute Freundin Shirley hingegen ist nach jahrzehntelanger Arbeit an unterfinanzierten Londoner Schulen ausgebrannt. Carole hat Shirley, ihrer ehemaligen Lehrerin, viel zu verdanken, sie arbeitet inzwischen als erfolgreiche Investmentbankerin. Caroles Mutter Bummi will ebenfalls auf eigenen Füßen stehen und gründet eine Reinigungsfirma. Sie ist in Nigeria in armen Verhältnissen aufgewachsen und hat ihrer Tochter Carole aus guten Gründen einen englischen Vornamen gegeben. Auch wenn die Frauen, ihre Rollen und Lebensgeschichten in Bernardine Evaristos "Mädchen, Frau etc." sehr unterschiedlich sind, ihre Entscheidungen, ihre Kämpfe, ihre Fragen stehen niemals nur für sich, sie alle erzählen von dem Wunsch, einen Platz in dieser Welt zu finden.

Das Buch hat 2019 den Booker-Prize erhalten, da es ein beeindruckender, leidenschaftlicher Roman über das Leben schwarzer britischer Familien, ihre Kämpfe, Schmerzen, ihr Lachen, ihre Sehnsüchte und Lieben ist.

Evaristo ist eine britische Schriftstellerin, 1959 geboren in London mit nigerianischen Wurzeln

Fazit:  Ein großer Roman  der Gegenwart, der einen Überblick über die Gesellschaft gibt und gut lesbar ist.
Erschienen im Tropen-Verlag, Stuttgart 2021.

Die Wunderfrauen (Band 1): Alles was das Herz begehrt – Von Stephanie Schuster

Stephanie Schuster 1
Stephanie Schuster 1

Im Auftakt einer Trilogie geht es um vier starke Frauen zwischen Wirtschaftswunder und Hippiezeit, zwischen Nylons und Emanzipation, zwischen Liebe und Freundschaft.

Im ersten Band, 1953, zu Beginn der Wirtschaftswunderjahre, träumt Luise Dahlmann von ihrem eigenen kleinen Lebensmittelgeschäft. Hier soll es nach Jahren des Verzichts wieder alles geben, was das Herz begehrt. Sie sieht es schon vor sich: die lange Ladentheke mit großen Bonbongläsern darauf, eine Kühlung für Frischwaren, Nylonstrümpfe, buttriger Kuchen, sonntags frische Brötchen … und das Beste daran: endlich eigenständig sein. Endlich nicht mehr darüber nachdenken, warum ihre Ehe nicht so gut läuft, endlich sie selbst sein und etwas wagen.
Drei Frauen werden immer wieder Luises Weg kreuzen: Annabel von Thaler, die wohlhabende Arztgattin von nebenan, die junge Lernschwester Helga Knaup und Marie Wagner, geflohen aus Schlesien. Sie alle haben in den Zeiten des Aufbruchs und des Neubeginns einen gemeinsamen Wunsch: Endlich wieder glücklich sein.

Im ersten Teil der Trilogie erleben wir eine unterhaltsame Reise in die 50er Jahre , sie spiegelt die Zeit nach den entbehrungsreichen Jahren nach dem Krieg und dem beginnenden Wirtschaftswunder wider.
Erschienen im Fischer Verlag, Frankfurt 2020.

Die Wunderfrauen (Band 2): Von allem nur das Beste – Von Stephanie Schuster

Stephanie Schuster 2
Stephanie Schuster 2

Der 2. Teil fängt zu Beginn der 60er Jahre, den Swinging Sixties an. Es ist viel zu tun in Luise Dahlmanns kleinem Laden, er ist ihr ganzer Stolz. Die Regale sind prall gefüllt mit allem, was das Herz begehrt: frische Waren aus dem Umland und Feinkost aus der ganzen Welt. Luise möchte mit der Konkurrenz mithalten, die Kunden wünschen sich plötzlich Selbstbedienung, suchen nach Angeboten und fragen nach dem Rezept für das Sonntagsessen.
Drei Frauen sind in diesem Jahrzehnt voller Umbrüche an ihrer Seite: Die alleinerziehende Helga, die nun als Ärztin arbeitet, ihre Schwägerin Marie, die inzwischen vier Kinder hat und Annabel, deren Familie nach einem Schicksalsschlag zu zerbrechen droht. Das Leben hat die vier Frauen in den letzten Jahren enger verbunden als sie dachten. Und sie merken: Gemeinsam kann man aus Träumen Echtes erschaffen.

Eine wunderbare Fortsetzung vom 1. Teil und man ist schon gespannt auf den 3. Teil, der im August erscheinen wird.

Fazit: Eine wirklich schöne Reise in die Zeit des Wirtschaftswunders und die anschließenden 60er Jahre.
Erschienen im Fischer Verlag, Frankfurt 2021.

Der Bruder – von John Katzenbach

John Katzenbach
John Katzenbach

Wenn du bleibst, wird er dich töten. Wenn du fliehst, wird er dich finden. Du hast keine Chance – also nutze sie!

Für die junge Architektur-Studentin Sloane Connolly ist es ein schwerer Schlag, als ihre exzentrische Mutter spurlos verschwindet. Sloane hat sonst niemanden, ist fast völlig isoliert aufgewachsen.
Zur selben Zeit erhält sie über einen Anwalt ein merkwürdiges Angebot: Ein reicher Mäzen möchte, dass Sloane Denkmäler für sechs Personen, die in seinem Leben eine wichtige Rolle gespielt haben, entwirft. Allerdings sind alle sechs bereits verstorben, und das nicht an Altersschwäche. Sloane nimmt den Auftrag an, um sich von der Sorge um ihre Mutter abzulenken – und ahnt nicht, auf was für ein perfides Spiel sie sich einlässt …

John Katzenbach wurde 1950 in Princeton, New Jersey, als Sohn einer Psychoanalytikerin geboren. Bereits von ihr lernte er eine Menge über die menschliche Psyche, deren Untiefen er später in seinen Thrillern zu ergründen versucht.

Fazit: Ein Meister seines Fachs, spannend, flüssig und glaubwürdig erzählte Story.

Erschienen im Droemer Verlag, München 2020.