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Weihnachtsgrußwort 2021 von Bürgermeister Dr. Bernd Blisch

Liebe Flörsheimer und Flörsheimerinnen,
zum bevorstehenden Weihnachtsfest darf ich Ihnen die besten Grüße der Stadt Flörsheim am Main übermitteln! Und wie Sie es gewohnt sind, lade ich Sie ein, im Folgenden einen kurzen Rückblick auf das abgelaufene Jahr 2021, aber auch einen kurzen Ausblick auf das kommende Jahr 2022 zu werfen.

Bereits im vergangenen Jahr hat das Thema Corona in meinem Weihnachtsgrußwort einen zentralen Raum eingenommen – das ist diesmal leider nicht anders. Freilich hat sich seit Dezember 2020 eine Menge geändert in Sachen Corona: Wir haben seit geraumer Zeit sehr gut wirksame Impfstoffe zur Verfügung! Die älteren und besonders gefährdeten Mitbürger und Mitbürgerinnen sind in erfreulich hoher Zahl bereits geimpft, was für jüngere Jahrgänge zu meinem Leidwesen allerdings nicht in gleichem Maße zutrifft. Machen wir es uns klar, das Corona-Virus in seinen unterschiedlichen, zum Teil sehr ansteckenden Varianten hat so leichtes Spiel, sich weiterzuverbreiten. Die bislang ungekannten Höchstwerte der aktuellen Inzidenzen und volle Intensivstationen in den Krankenhäusern legen davon ein beredtes Zeugnis ab. Falls Sie also noch nicht geimpft sein sollten, so bitte ich Sie eindringlich: Tun Sie es! Sie schützen nicht nur sich selbst, sondern auch Ihre Mitmenschen vor einer Ansteckung, insbesondere aber vor einem schweren Verlauf der Covid-19-Krankheit.

In diesem Zusammenhang darf ich allen danken, die bei den unterschiedlichen Impfaktionen engagiert waren und sind und dabei oft in selbstlosem Einsatz helfen. Das gilt für die Teams in den Impfzentren genauso wie für die Hausärzte, doch auch für private Organisationen wie z.B. den Lions Club Hochheim-Flörsheim, dessen Impf-Sondereinsätze hier bei uns und in der Nachbarstadt schon legendär sind.

Seit dem Frühjahr 2020 waren wir auch gut mit Testzentren versorgt. Gerade in Zeiten, in denen ein tagesaktueller Test erforderlich war und ist, blieb es gut zu wissen, dass wir hier in Flörsheim, wie sonst auch üblich, keine weiten Wege hatten und haben.

Aktuell stecken wir in einer, wie es die Wissenschaft und die Bundespolitik nennt, „vierten Welle“, die leider wieder zu Einschränkungen an Weihnachten und zu Silvester führen wird. Und schon kommen die ersten Warnungen vor einer „fünften“ Welle im neuen Jahr, ausgelöst durch eine neue tückische Variante, der sogenannten Omikron Variante. Das heißt, dass wir auch im neuen Jahr mit Einschränkungen werden leben müssen. Die meisten Fastnachtsveranstaltungen bei uns und in der Region sind bereits abgesagt. Grundsätzlich aber gilt auch für die neuen Varianten des Virus: Wir, jeder und jede einzelne von uns, hat es weitgehend selbst in der Hand, wie die Pandemie weiter verläuft, ob sie bald ein Ende findet oder eben nicht. Verantwortungsvolles Verhalten, das Befolgen der Hygieneregeln und Rücksichtnahme auf andere sollten freilich keiner Aufforderung durch die Politik und keiner Vorschriften durch den Staat bedürfen.

Wenn man in den letzten Jahren die Menschen in der Region nach Flörsheim befragt hätte, so wären sicher oft ein gutes gesellschaftliches Miteinander und das blühende Vereinsleben bei Antworten genannt worden. Corona hat aber das gesellschaftliche Leben in unserer Stadt Flörsheim am Main im ablaufenden Jahr zwar nicht lahmgelegt, aber doch stark eingeschränkt. Viele Vereine konnten sich nicht so treffen, wie man es gewohnt war, vor allem die Gesangvereine konnten oder durften sich oft nicht einmal zu Übungsstunden treffen, von Konzerten ganz zu schweigen. Viele Veranstaltungen und Feste mussten notgedrungen ausfallen, etwa der große Fastnachtsumzug, das Sommerfest oder die Kerb. Für andere Veranstaltungen wurde etwas in reduzierter Form auf die Beine gestellt, damit es nicht ganz ausfallen musste, zum Beispiel der Flörsheimer Weihnachtsmarkt. Seien Sie versichert, dass es mir als Bürgermeister oft genug schwergefallen ist, Feste und Feiern abzusagen oder durch Auflagen zu beschränken. Hoffen wir, dass das neue Jahr hier wenigstens ab Frühjahr oder Sommer Erleichterungen bringen wird.

Finanziell gesehen ist die Stadt Flörsheim am Main tatsächlich deutlich besser durch die Pandemie gekommen, als anfangs befürchtet. Die Hilfsprogramme des Staates für Kommunen, aber auch für die Wirtschaftsbetriebe haben daran einen großen Anteil. So ist es mir als städtischem Kämmerer erneut gelungen, einen genehmigungsfähigen Haushalt, der auf Steuererhöhungen verzichtet, vorzulegen. Rücklagen konnten gebildet werden, Schulden wurden zurückgezahlt. Darüber hinaus können die Flörsheimer und Flörsheimerinnen sich trotz Pandemie darauf verlassen, dass die Stadtverwaltung leistungs-, handlungs- und gestaltungsfähig bleibt und dass es weiterhin eine Freude ist, in Flörsheim am Main zu leben.

Die solide Finanzpolitik der Stadt bedarf natürlich des Rückhalts der Stadtverordnetenversammlung. Der Ausgang der Kommunalwahl im März hat der hauptamtlichen Verwaltungsspitze insofern den Rücken gestärkt, als die politischen Kräfte, denen der Bürgermeister und die Erste Stadträtin angehören, von den Wählern und Wählerinnen mit guten Ergebnissen bestätigt wurden. Trotz der unterschiedlichen politischen Ansichten, die auch offen diskutiert werden, ist dennoch zwischen den meisten Stadtverordneten ein gutes Klima vorhanden. Nicht nur ich bin fest davon überzeugt, dass alle in der Stadtpolitik sich ehrenamtlich engagieren zum Wohle der Stadt. Dafür danke ich ausdrücklich. Besonderer Dank gilt dabei dem Stadtverordnetenvorsteher Michael Kröhle, der kundig und souverän die Versammlungen führt, sowie den Fraktionsvorsitzenden, die bei aller unterschiedlicher politischer Couleur immer bereit sind für gemeinsame Aktionen, zum Besten Flörsheims.

Sicherlich gehört der Prozess der Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) zu den wichtigen Ereignissen des zu Ende gehenden Jahres. Zwar hat die Pandemie auch hier einiges verkompliziert, doch die Verwaltung hat zusammen mit dem Büro UmbauStadt geeignete Wege gefunden, um die so wichtige Bürgerbeteiligung bei der Ausarbeitung des ISEK zu ermöglichen und sicherzustellen. Das ISEK ist nun fertig und von der Stadtverordnetenversammlung in der vergangenen Woche beschlossen worden. Es liefert die Grundlage für die Entwicklung unserer Stadt in den nächsten beiden Jahrzehnten. Jetzt ist es an der Politik, die Ideen und vorgeschlagenen Maßnahmen ins Werk zu setzen. Nicht alles wird sofort zu verwirklichen sein, aber eines kann ich Ihnen an dieser Stelle versprechen: Das ISEK wird ganz sicher kein Konzept sein, das nach Fertigstellung in der Schublade verschwindet und dort, bildlich gesprochen, Staub ansetzt. Dafür haben Sie, die Bürger und Bürgerinnen, zuviel persönliches Engagement investiert, und dafür sind die Möglichkeiten, die das ISEK aufzeigt, zu interessant und vielversprechend.

Was die Weiterentwicklung der Stadt angeht, so ist der Fortschritt beim Umbau des ehemaligen Marienkrankenhauses als einer der Erfolge zu nennen. Die Umbauarbeiten für das neue Gesundheitszentrum MainMED sind bereits in vollem Gange. Der überwiegende Teil der Arbeiten spielt sich zurzeit noch im Inneren des Gebäudekomplexes ab, wo die Entkernungsarbeiten auf Hochtouren laufen. Inzwischen steht auch fest, dass sämtliche Arztpraxen und Gesundheitseinrichtungen, die derzeit vor Ort sind, auch künftig im Gesundheitszentrum bleiben und von weiteren medizinischen Angeboten ergänzt werden. Nachdem im Jahr 2017 das Flörsheimer Marienkrankenhaus seine Pforten geschlossen hatte, war es mir eine Herzensangelegenheit, auch für die nächsten Jahrzehnte eine medizinische Versorgung unserer Stadt sicherzustellen. Wie es aussieht, wird uns das mit vielen Partnern gelingen.

Auch der Glasfaserausbau ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Ich freue mich, dass sich in Weilbach, Wicker und in weiten Teilen Flörsheims schon bereits genügend Bürger und Bürgerinnen bereit erklärt haben, beim Ausbau der Kommunikationstechnologie des 21. Jahrhunderts mitzumachen, sodass dort jetzt, beziehungsweise in Kürze, das schnelle Internet ausgebaut wird. So erfreulich der Umstand an sich ist, so wenig erfreulich sind die Unzulänglichkeiten, die an einigen Stellen beim Wiederherstellen der Gehwege nach erfolgter Verlegung der Glasfaserkabel passiert sind. Doch seien Sie versichert: Die Stadt nimmt es nicht einfach hin, wenn nicht ordentlich gearbeitet wurde, und besteht darauf, das in Ordnung zu bringen. Gleichfalls bleiben wir als Stadt am Ball, um auch noch die Gebiete, die bei einem ersten Ausbau vielleicht nicht dabei sind, für die Zukunft fit zu machen.

Einen letzten Punkt, der von einiger Bedeutung für die Flörsheimer Bürgerschaft ist, möchte ich abschließend anführen: den neuen Wertstoffhof im Wickerer Steinweg. Anfang November hat die RMD ihren Wertstoffhof vom Deponiegelände in den Steinmühlenweg verlegt. Mir war es als Bürgermeister wichtig, sicherzustellen, dass die Flörsheimer Bürgerinnen und Bürger ihre Abfälle weiterhin ortsnah und in haushaltsüblichen Mengen kostenfrei entsorgen können. Dass dies nach wie vor möglich ist, betrachte ich als einen guten Verhandlungserfolg der Stadtverwaltung und als einen sehr nützlichen Service für die Flörsheimer Bürgerschaft.

Bevor ich mit dem Grußwort zu Ende komme, will ich meinen Dank sagen: allen denjenigen, die sich ehrenamtlich engagieren zum Wohle der Bürger und Bürgerinnen unserer Stadt, sei es in Vereinen oder in der Politik, sei es im caritativen, sei es im kulturellen Bereich. Mein Dank geht ferner auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, die auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie eine ausgezeichnete Arbeit leisten, meinen Kolleginnen und Kollegen im Magistrat sei gedankt, allen voran der Ersten Stadträtin Renate Mohr, für die kollegiale Zusammenarbeit zum Wohle Flörsheims.

Liebe Flörsheimer und Flörsheimerinnen, ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein schönes Weihnachtsfest und alles erdenklich Gute – vor allem natürlich, dass Sie gesund bleiben. Kommen Sie gut ins neue Jahr 2022.


Ihr

Dr. Bernd Blisch
Bürgermeister