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Zitate der Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen


Für Flörsheim am Main:

Dr. Bernd Blisch, Bürgermeister – Vertreter in der Fluglärmkommission

„Flörsheim leidet bereits jetzt massiv unter dem Lärm der landenden Flugzeuge bei Ostbetrieb und schon jetzt zu stark durch Starts bei Westbetrieb. Das neue Betriebskonzept, das in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll, wird für unsere Stadt nicht nur zu einer Lärmkatastrophe führen; nach den derzeit bekannten Annahmen würde nahezu das gesamte Stadtgebiet auch von einer Siedlungsbeschränkung betroffen sein. Eine städtebauliche Entwicklung im Gebiet der Stadt Flörsheim am Main wäre dann nahezu unmöglich. Dies stellt einen schwerwiegenden Eingriff in die kommunale Planungshoheit sowie in die zukünftige Entwicklung einer Stadt dar. Für Flörsheim stellt sich daher nicht nur die Frage, ob das neue Betriebskonzept wirklich mit den Grundlagen des Planfeststellungsbeschlusses vereinbar ist, sondern auch die Frage, ob diese Siedlungsbeschränkung nicht der verfassungsrechtlich garantierten kommunalen Selbstverwaltung zuwiderläuft.“

Für Hattersheim am Main:

Heike Seibert, Erste Stadträtin – Vertreterin in der Fluglärmkommission

„Gerade Eddersheim leidet bereits heute unter einer massiven Doppelbelastung durch Landelärm bei Ostbetrieb und Startlärm bei Westbetrieb. Genau diese Belastung sollte nach den Zusagen im Planfeststellungsverfahren eigentlich reduziert werden.

Jetzt erleben wir das Gegenteil: Die damaligen Grundlagen werden Schritt für Schritt aufgegeben. Was früher als alternativlos und sicher galt, wird heute plötzlich infrage gestellt – zulasten unserer Bürgerinnen und Bürger.

Der Gesundheitsschutz der Menschen in Eddersheim und Okriftel darf nicht den Kapazitätsinteressen des Flughafens geopfert werden.“

Für Hochheim am Main:

Dirk Westedt Bürgermeister – Vertreter in der Fluglärmkommission

„Das bestehende Betriebskonzept funktioniert nicht! Es wird nicht so geflogen, wie im Planfeststellungsverfahren für die Landebahn Nordwest angenommen und hinsichtlich der Lärmwirkungen abgewogen. An den Landungen bei Ost-Betrieb können wir wohl nichts ändern. Aber die uns gegebene Zusage, dass dafür bei Westbetrieb nur noch 15 Flugzeuge am Tag über Nordwest starten, wurde nie eingehalten. Mit dem neuen Betriebskonzept befürchten wir Verhältnisse wie vor 2011, als 35 % aller Starts über uns geführt wurden. Das jetzt gültige Betriebskonzept soll endlich so umgesetzt werden, wie es versprochen wurde. Das wird nur mit einer deutlichen Reduzierung der Slots in Frankfurt möglich sein.“

Für Hofheim am Taunus:

Daniel Philipp, Erster Stadtrat – Vertreter in der Fluglärmkommission

„Die Menschen in unserer Region haben einen Anspruch darauf, dass Zusagen aus dem Planfeststellungsverfahren eingehalten werden. Es kann nicht sein, dass ausgerechnet der Lärmschutz, der den Bürgerinnen und Bürgern verbindlich in Aussicht gestellt wurde, nun schrittweise aufgeweicht wird, um noch mehr Flugbewegungen zu ermöglichen. Wer Vertrauen schaffen will, darf Spielregeln nicht nachträglich zulasten der Betroffenen verändern. Für uns gilt: Gesundheitsschutz, Klimaschutz und Verlässlichkeit müssen Vorrang vor wirtschaftlichen Kapazitätsinteressen haben. Insofern erwarten wir zunächst die Prüfung einer Verlagerung von Inlandsflügen auf die Bahn.“

Für die Landeshauptstadt Wiesbaden:

Christiane Hinninger, Bürgermeisterin – Vertreter in der Fluglärmkommission

„Der Flughafenbetreiber Fraport will die Zahl der Flugbewegungen insgesamt um mehr als 25 % steigern, was zu einer nicht hinnehmbaren Erhöhung der Lärmbelastung für die Bürgerinnen und Bürger führen wird, insbesondere in den Abend- und frühen Nachtstunden. Der Lärmschutz darf nicht den Betriebswünschen des Flughafenbetreibers geopfert werden. Anstatt einseitig auf Wachstum zu setzen, sollten konkrete Maßnahmen zur Minderung der Flugbewegungen ergriffen werden, z. B. die schon lange überfällige Verlagerung aller Kurzstreckenflüge auf die Schiene.“

Für die Landeshauptstadt Mainz:

Janina Steinkrüger, Beigeordnete – Vertreter in der Fluglärmkommission

"Die Geschichte des Flughafenausbaus ist eine Kette von gebrochenen Versprechungen, angefangen beim Ausbau selber über die Aussetzung des Nachtflugverbots bis hin zu den Aussagen im Klageverfahren gegen die Südumfliegung. Die jetzigen Berechnungen basieren auf der Prognose von 560.000 Flugbewegungen, im Planfeststellungsbeschluss wird aber weiterhin von der Annahme von 701.000 Flugbewegungen ausgegangen. Wie soll in Zukunft, also nach 2033, geflogen werden? Was wird uns dann erzählt, um die Kapazitäten noch weiter auszuweiten? Die Glaubwürdigkeit des Flughafenbetreibers ist nicht mehr gegeben und die Grenze der Lärmbelastung in der Region schon längst erreicht."