Flörsheimer Fayencen

Fayence
Flörsheimer Fayencebirnkrug, weiß glasierte Wandung, die mit buntem Scharffeuerfarben bemalt ist, Höhe 19 cm, um 1790
Einen weiteren Sammlungsschwerpunkt des Heimatmuseums bilden die Fayencen der ehemals in Flörsheim ansässigen Fayence-Manufaktur, die mit ihrer Signatur „FFF" auch im Stadtwappen der Stadt Flörsheim am Main erscheint.

Die Fayence-Manufakturen waren wie kleine Fabriken organisiert und entwickelten sich aus den vordem handwerklichen Betrieben. Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts sind, ausgehend von Holland, in Europa zahlreiche Gründungen zu finden, u.a. 1661 in Hanau, 1739 Offenbach, 1746 Höchst und 1758 in Kelsterbach.

Der Betrieb in der Flörsheimer Manufaktur muss spätestens 1766 aufgenommen worden sein, denn für Anfang 1767 ist eine Auflistung der angebotenen Waren nachgewiesen. Bereits die frühen Erzeugnisse besitzen ein hohes Niveau, insbesondere bemalte Heiligenkrüge mit einer fast glasartig glänzenden Glasur sowie Tafelgeschirr in einer ausgezeichneten Modellierung und Bemalung.

Die Manufaktur ist über die Jahre in den Händen von verschiedenen Pächtern und Besitzern, der Betrieb der Flörsheimer Fayence-Fabrik bleibt aber bis ins 20. Jahrhundert hinein bestehen, zuletzt mit der Produktion von einfacher Massenware. Erst 1922 werden die letzten Brennöfen abgetragen. Als letztes bauliches Überbleibsel findet sich das ehemalige Wohn- und Arbeitshaus der Manufaktur in der Untermainstraße. Heute befinden sich dort Mietwohnungen.

Der Heimatverein hat es sich als Aufgabe gestellt, wieder viele Flörsheimer Fayencen den Weg aus aller Welt zurück nach Flörsheim ins dortige Heimatmuseum finden zu lassen und so diesen großen Punkt in der Geschichte Flörsheims zu bewahren und vorzustellen.