09.02.2010
Alkoholkontrollen beim Fastnachtszug
Polizei und Stadtverwaltung haben hinsichtlich des Jugendschutzes ein gemeinsames Konzept entwickelt, das bei der Straßenfastnacht erstmals umgesetzt werden soll.
Anlass dazu haben die Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit mit alkoholisierten Jugendlichen gegeben.
Die Polizei, das Ordnungsamt und das Amt für Kultur, Jugend und Sport haben eine gemeinsame Gruppe zusammengestellt, die das Geschehen im Umfeld des Fastnachtszuges am kommenden Sonntag, 14. Februar, intensiv beobachten, auffällige Kinder und Jugendliche ansprechen und Kontrollen vornehmen wird. Die Jugendschutzkontrolle sieht die Durchsicht von mitgeführten Rucksäcken und die Überprüfung der Personalien vor. Sollte sich dabei herausstellen, dass verbotener Weise Alkohol an Jugendliche abgegeben wurde, werden die Verkäufer zur Rechenschaft gezogen.
Im Sinne der Prävention haben Erster Stadtrat Markus Ochs, Polizeistationsleiter Edgar Kersting und Markus Singer, Mobile Beratung Flörsheim, bereits den örtlichen Tankstellen einen Besuch abgestattet. Sie überreichten Informationsmaterialien und baten hinsichtlich des Jugendschutzes um erhöhte Aufmerksamkeit während der Fastnachtstage. Die Tankstellenbetreiber haben zugesagt, beim Verkauf von Alkoholika ein besonderes Augenmerk auf das Alter der Kunden zu legen und sich verstärkt von jungen Kunden den Ausweis zeigen zu lassen. An sichtbar angetrunkene Personen wollen sie keinen weiteren Alkohol abgeben. Erster Stadtrat Markus Ochs bittet auch alle anderen Verkaufsstellen, die Alkohol anbieten, um besondere Vorsicht und Sensibilität im Umgang mit jugendlichen Kunden.
Zu diesen ungewöhnlichen Präventionsmaßnahmen haben sich die Verantwortlichen bei Polizei und Stadtverwaltung entschlossen, da Berichte der Rettungsdienste, wonach Jugendliche am Rande von Festen und Fastnachtsveranstaltungen betrunken angetroffen wurden und ärztlich – teils sogar stationär – behandelt werden mussten, zugenommen haben.
In ernster Besorgnis um das Wohl der Kinder und Jugendlichen appellieren Bürgermeister Michael Antenbrink und Erster Stadtrat Markus Ochs an die Eltern: „Kümmern Sie sich bitte darum, mit wem Ihr Kind an Fastnacht unterwegs ist und was dort unternommen wird. Sorgen Sie für eine vertrauensvolle Nähe zu ihrem Kind, damit Sie Warnzeichen frühzeitig erkennen“.
Edgar Kersting, der Leiter der Polizeistation Flörsheim, will nicht warten, bis es zu spät ist und Alkohol konsumiert wird: „Wir gehen gemeinsam auf Streife um zu vermeiden, dass Kinder und Jugendliche sich schädigen“. In drei Gruppen, unterstützt durch eine vierte Gruppe der Mobilen Beratung Flörsheim, werden die Beamten und Jugendschützer an unterschiedlichen Standorten schon vor dem Beginn des Fastnachtszuges unterwegs sein, um je nach Situation mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.